Ich glaube, ich habe keine Essstörung.
Die letzten Tage bzw Wochen wurde mir von so vielen Menschen gesagt, wie gestört mein Essverhalten ist, dass ich Hilfe brauche, dass ich krank bin. Fast habe ich mich damit abgefunden, dass wohl wirklich etwas nicht stimmt mit mir. Innerlich habe ich sogar die Diagnose meiner Ärztin fast angenommen, aber es kam wieder ganz anders.
Eben stand ich in der Küche, mein Bauch noch voll von den drei Veggieburgern letzte Nacht, die ich, leider zu müde zum kotzen, nicht mehr loswerden konnte. Ich aß. Und dachte das erste mal darüber nach, dass ich gerade nahrung aufnehme.
Ich weiß nicht genau was es war aber mir wurde klar, dass ich keine Essstörung habe. Schon oft hieß es, dass ich nicht der Typ für eine Bulimie bin. (2 Ärzte und eine Therapeutin sagten das letztens)
Ich glaube, es steckt mehr dahinter. Mein Gekotze ist auf das große, gesamte Problem zurückzuführen. Ich habe keine panische Angst zuzunehmen.
Vielleicht ist meine "Bulimie" einfach ein Verhaltensmuster. Genauso wie das Ritzen, Verbrennen, die Panikattacken. Vielleicht ist es keine Essstörung sondern einfach nur ein falsches Verhalten bzw der falsche Umgang mit meinen Problemen..
Bulimie ist der Ausweichverhalten von anderen Problemen! Bulimie ist nicht die panische Angst vom Zunehmen, das ist Magersucht! Ich glaube wenige Erbrechen eine normale Mahlzeit, sondern nur riesige Mengen... Also ich finde es gut, dass du erkannt hast, dass die Probleme woanders liegen - aber gerade das ist doch Bulimie oder?
AntwortenLöschenansich hast du recht, aber eine essstörung ist eine verhaltensstörung und kann genau wie das verletzen negative und ungewollte gefühle kompensieren. ich glaube, du hast keine spezielle form, so wie du es ja auch selbst schreibst. aber dein verhältnis zu essen entspricht nicht der norm, egal ob es dir um deine figur geht oder nicht.
AntwortenLöschenaber eigentlich ist das auch nur eine diagnose. am wichtigsten ist doch, wie es dir geht, was du denkst, fühlst und wie du dinge erlebst. du musst nicht in ein raster passen.
wäre es dir wichtig, hochoffiziell nicht essgestört zu sein? und wenn ja, weißt du warum?
auf den putz zu hauen klingt gut. ich fände es wirklich klasse, wenn du mal etwas für dich tun könntest, ohne andere dabei vorzuziehen. ich drück dir die daumen, dass du das durchziehst und merkst, dass es dir guttut.
dass deine schwester nun zunimmt, ist natürlich amüsant :D. schadenfreude, ole!
http://www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=54#c53
AntwortenLöschenWenn du die Punkte, die für Bulimie sprechen, mal liest und sie mit dir und deinem eigenen Empfinden vergleichst, findest du sicherlich vieles, dass ähnlich oder gleich ist. Es müssen nicht unbedingt alle Punkte passen, denn jede Bulimie ist individuell auf den Menschen zugeschnitten. Es gibt auch noch Abspaltungen, wie zum Beispiel Sport Bulimie, die häufiger bei Männern auftritt. Panische Angst vorm Zunehmen gibt es bei Bulimikern, sowie bei Magersüchtigen, ist aber keine ausschlaggebender Punkt und es gibt durchaus Bulimiker, die diese Angst nicht so extrem spüren. Es gibt Magersüchtige, die meiden vor allem fetthaltige, ihrer Meinung nach ungesunden Lebensmittel, während andere auch ein winziges Stück Schokolade essen können und eben mehr auf die Menge achten, als auf die Auswahl. Und natürlich ist es auf das große, gesamte Problem zurückzuführen. Ist das nicht immer so? Eine Essstörung, egal welche, entwickelt man nicht zum Spaß. Sie steht irgendwofür.
Liebes ich weiß genau was du meinst... Es wär scheiße sich einzugestehen "ja, ich hab eine Essstörung" oder? Und dein Essverhalten ist nicht normal. Und das ist immer eine Folge auf etwas. Man entwickelt sich doch nicht einfach so so. Klar ist deine "Bulimie" nur ein Verhaltensmuster und nur der "falsche" Umgang mit Problemen, aber das schließt nicht aus, dass es eine Essstörung ist!
AntwortenLöschenUnd Diagnose hin oder her. Wichtig ist doch, dass du davon wegkommst. Deine Probleme löst bzw. anders bewältigst!
Liebe Grüße!
Ich seh das genau wie Butterfly. Bei ner ES geht es in erster Linie nicht ums Essen oder ganz konkret ums Abnehmen, meistens steckt was viel Komplexeres dahinter. Vielleicht erbrichst du aus dem gleichen Grund, wegen dem du auch schneidest, vielleicht steht auch etwas ganz anderes dahinter, womit du dich bisher einfach noch nicht beschäftigt hast. Mir selbst ist das eigentlich ganz bewusst. Die ES ist einfacher, der leichteste Weg nicht mehr nachdenken zu müssen. Man beschäftigt sich mit etwas anderem, Kalorientabellen, Thinspo etc oder hat Schuldgefülle wegen des Essens. Aber das Problem, was auch immer es ist, verlierst du aus den Augen, verdrängst es. Das ist meine Erfahrung. Ich kann nicht einschätzen, ob du essgestört bist, will das aber auch gar nicht in Frage stellen. Was ich aber von anderen schon gehört habe, ist, dass Ärzte ganz schnell dazu neigen eine ES nach dem BMI zu klassifizieren. Wenn der BMI bei Magersucht unter 17,5 liegt, dann kommt die Diagnose schon mal schneller oder wenn jemand mind. zwei Mal die Woche erbricht, hat er ne Bulimie mit Purging Typus usw. Hat dann jemand, der "nur" einmal die Woche erbricht keine ES? Ich finde, sowas lässt sich schwer definieren, weil das Thema so individuell ist. Wenn du das Gefühl hast, dein Essverhalten ist normal und es kann eigentlich gar keine Bulimie sein, dann ist es vielleicht auch keine. Und wenn es eine ist, brauchst du dafür keine Diagnose, das Problem löst sich ja dadurch nicht in Luft auf, oder? :)
AntwortenLöschenkann die kommentare von butterfly und clara nur unterstützen, man entwickelt die essstörung ja auch nicht einfach von heute auf morgen weil man abnehmen möchte. eine ES ist irgendwo der falsche umgang mit den eigenen problemen. zumindest seh ich das so ;)
AntwortenLöschenDarf ich etwas dazu sagen?
AntwortenLöschenBei mir hat die Essstörung auch so begonnen.
Ich hatte nicht das Ziel abzunehmen und fand mich auch nicht zu dick.
Ich brauchte ein Ventil und das habe ich im Erbrechen gefunden.
So "einfach" ist das.
Und falls für dich eine Diagnose wichtig ist, mir wurde eine "Atypische Bulmie" diagnostiziert, da es ja dennoch eine Essstörung ist, denn das Essen ist ja impliziert.
Und ja, das Essen ist nicht das Hauptproblem (das ist es eigentlich fast nie, es wird nur alles darauf projeziert, weil es greifbar ist), du hast das Gefühl, etwas läuft nicht "rund" und weißt dir nicht anders zu helfen, als zu essen und zu erbrechen.
Für den Moment hilft es dir möglicherweise zu überleben (entschuldige, wenn das jetzt zu krass ausgedrückt ist, bei mir war es das damals einfach), aber auf Dauer ist es Gift, pures Gift.
Was ich sagen möchte:
Etwas läuft schief und es ist unwichtig bzw. zumindest zweitrangig, ob es jetzt eine Essstörung, Depression whatever ist.
Ich weiß nicht, inwieweit du Unterstützung bekommst, würde dir aber wünschen, dass du dir alsbald jemanden suchst, der dir professionell zur Seite steht.
Denn wenn ich eins nach fünf Jahren Krankheit gelernt habe: Nimm dich ernst. Du bist es wert.
Alles Liebe und Gute,
Alaska
ich werde auf mich aufpassen! :-)
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