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Dienstag, 5. Februar 2013

Neues aus der Klapse

Die Überschrift gilt nicht, wie ihr denkt, der Psychiatrie oder der Klinik. Sie beschreibt perfekt was bei uns momentan abgeht. In der Kurzfassung: Meine Schwester K. hat mich vor versammelter Familie als Bulimikerin geoutet, als ich dann aus Frust gefressen habe musste ich kotzen, sie rennt ins Bad, schreit sie geht duschen und lacht. "Wenn du nicht sofort da raus kommst kotz ich dir in dein Zimmer. SOFORT.", sage ich ruhig. Lachen. Ich warte 5 Minuten - Nichts. Man hört die Dusche. Ich also ins Zimmer, vor den teppich gekotzt und weggerannt. Oh wie lustig es war, K. hat so laut geschrien, dass ihr Äderchen geplatzt sind in den Augen. Mama hat mich fast geschlagen, meinte zu mir ich sei an allem Schuld, an dem Untergang unserer Familie, ich sei krank und gehöre eingesperrt. (Soviel zum letzten Post..) Papa mischt sich dann auch noch ein, ich schließe mich in meinem Zimmer ein und verletze mich LEICHT selbst.
Dann bin ich zu meinem besten Freund gegangen nachdem ich nicht in der Lage war zur Schule zu gehen und war dort bis eben.

 Gestern Abend wollte ich sterben. Ich wollte keinen mehr sehen, ich wollte keinen mehr haben, der mich noch in dieser Welt hält. Keinen, wegen dem ich nicht einfach so mein Leben abschließen konnte. Ich hätte es geschafft. Ich war nie so entschlossen. Mir machte das fast Angst. Ich hätte es geschafft, es wäre mir egal gewesen.

Ich wehre mich nach einem halben Jahr des Terrors ein einziges Mal unmoralisch. Kotze in ihr Zimmer. Verliere sämtliche Gefühle außer die Verachtung für meine Schwester und tue etwas, was sie verdient, was aber nicht richtig von mir ist. Kotze in ihr Zimmer. Als ich dann mit meinen Werkzeugen, den Tabletten und einer Flasche Schnaps in meinem Zimmer saß kamen meine Gefühle zurück. Ich liebe Mama, Papa, meine Schwester. Ich möchte sie nicht traurig machen. Enttäuscht habe ich sie eh schon genug, darauf kommt es nicht mehr an. Nein, sie sollen nicht traurig sein.. and so on. Ich habe es also gelassen. Aber was hat mir diese eine Entscheidung (meiner Schwester in ihr Zimmer - auch genannt Loch - zu kotzen) gebracht wenn ich jetzt wieder den Schwanz einziehe wie die Monate zuvor?! Dann war der Stress, der Streit, die Wunden, ja alles war umsonst. Aber mich weiterhin gegen meine Familie aufzustellen, die vollkommen von meiner armen, eingeschränkten Schwester besessen ist, nein, das schaffe ich nicht.
Ich weiß immer noch nicht ob es gut war, mein Leben doch nicht zu beenden. Und wenn einer von euch jetzt verstanden hat wie ich das meine, meldet euch. Bitte sagt mir, dass das normal ist. Und sagt mir nicht, dass es den Bogen überspannt hat. K tut mir so schreckliche Dinge an und wenn ich ihr einmal 20 gramm Kotze ins Zimmer spucke hat sie das mehr als nur einmal verdient.

7 Kommentare:

  1. wow, ok...krass. ich musste doch erstmal schlucken.
    ich würd dich jetzt gerne in den arm nehmen, weil ich wirklich entsetzt bin, wie es eskaliert ist und mir auch erstmal die worte fehlen.
    ich für meinen teil bin froh, dass du dein leben nicht beenden hast. dass du das ausgehalten hast, obwohl du wahrscheinlich gefühlsachterbahn gefahren bist. habt ihr den vorfall denn nochmal thematisiert? oder wird das jetzt totgeschwiegen?
    vllt hast du deine eltern enttäuscht (das tun alle kinder hin und wieder), aber mal ehrlich, enttäuschen sie denn nicht auch dich? es kann keiner behaupten, dass du aus lauter spaß an der freude ins zimmer deiner schwester kotzt, nachdem sie dich vor der familie bloßgestellt hat. dass deine eltern dadurch nicht aufwachen und merken, dass etwas (und NICHT du!) gewaltig schiefläuft ist mir unbegreiflich. wirklich.
    wie lang wirst du denn voraussichlich noch dort wohnen? deine schwester wird nicht allzu bald ausziehen oder? wäre ja auch zu schön...
    fühl dich fest gedrückt.

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  2. Ich bin sehr froh, dass du jetzt noch da bist.
    Es klingt in der Tat sehr krass, was bei euch passiert.
    Aus der Ferne betrachtet würde ich sagen: Geh auf Abstand, versuch auszuziehen, vielleicht in eine Betreute oder sogar Therapeutische WG.
    Bei mir und meiner Familie hat das einiges besser gemacht, so hatten wir die Chance, uns wieder näher zu kommen und es ist nicht eskaliert (wenngleich es bei mir eher im Stillen ablief).

    Ich wünsche dir alles Gute,
    Alaska

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  3. Oh wow.... Ich bin grade echt schockiert....

    Es war richtig, dass du es nicht gemacht hast! Und du wirst es auch bitte nie nie niemals machen!
    Dass du es nicht getan hast zeigt doch eigentlich, dass du wirklich leben willst, auch wenn es manchmal richtig scheiße läuft... Bitte denk da gar nicht mehr dran... Das ist wirklich keine Option...

    Und das mit deiner Schwester... Tut mir leid aber was läuft denn bitte bei der schief? Was hast du ihr getan, dass sie so ist?
    Ich versteh echt total, dass du ihr ins Zimmer gekotzt hast... Es ist krass, aber irgendwie war es richtig...

    Ich hoffe sehr dass das alles wieder wird! Bleib stark Liebes!
    Du schaffst das!

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  4. Mir war das so peinlich und ich habe einfach nur versucht ihm nicht auf die Füße zu treten.
    Na ja. Das war ein Typ, der mich das gefragt hatte. Das saß erst einmal tief :s

    Oh man, wie krass!
    Das schockiert mich echt!
    Das war nicht richtig von deiner Schwester, aber von dir auch nicht. Das hättest du auch anders regeln können und eine Stunde später wäre auch noch alles aus dir heraus gekommen. Klingt zwar kacke, aber Liebes, das hättet ihr beide anders regeln können.
    Es tut mir leid, dass es bei dir nicht so supi läuft.
    Aber warum ist deine Schwester so gemein zu dir? Warum macht sie das?

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  5. Das klingt wirklich heftig, es war nicht gut, dass du das gemacht hast. Aber genauso wenig von deiner Schwester, letztendlich kann ich die Reaktion von dir verstehen. Alles Liebe.

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  6. Huhu Liebes, schön, dass du Dich mal wieder gemeldet hast ♥
    Ich bin froh, dass du es gelassen hast. Und ich finde die Sache mit dem kotzen irgendwie lustig und mega gut. (Auch wenn die Situation natürlich keines falls lustig ist) Das hat deine Schwester mal sowas von verdient! Jedes Mal wenn ich von ihr lese würde ich ihr gerne mal meine Meinung sagen..
    Pass auf Dich auf (:

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  7. Liebe Julie,
    das klingt alles ganz schrecklich. Und trotzdem liebst du deine Familie (was natürlich gut ist!). Gibt es denn keine Chance, sich endlich mal zusammenzusetzen und ALLES zu klären? Eventuell sogar Pläne, Regeln o.ä. aufzustellen? Oder wäre nur ein Bruch das, was helfen würde? Dass du z.B. ausziehst, in eine eigene kleine Wohnung oder therapeutische WG?
    Zur Kliniksache: meine Güte! Das ist wirklich die Höhe. MENSCH, HÖRT AUF, KRANKE MENSCHEN ANHAND IHRES GEWICHTES ZU BEMESSEN, schreit man da ja wohl am liebsten!! Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass es trotzdem bald klappt! Das geht so nicht weiter bei dir.
    In welche Klinik würdest du denn eigentlich gehen? Wie machst du das mit der Schule (du bist auch in der Oberstufe, oder?)? Wie lange würdest du dort bleiben (Aufenthalte reichen ja von 2-10 Wochen bis zu 6 Monaten oder länger)?
    Ja, ich hab Facebook, wir können uns gerne adden! :) Wie wollen wir das austauschen?
    Ich drück dich ganz fest und hoffe, du hast heute mal einen schönen Tag.
    :*

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