Follower

Montag, 25. Februar 2013

25/02/13

Ich hasse, dass ich nicht einmal ernsthaft über meine Gedanken und Probleme reden kann. Ich bin so rational, ich kann alles abschätzen und dass mich niemand ernst nimmt liegt sicher nicht daran, dass ich zu oft über meine Probleme rede. Nein, es ist die Art wie ich über sie rede. Ich lache. Könnt ihr euch das vorstellen?

-"julie, ernsthaft, ist alles ok? Du bist nurnoch ein Strich.." -"Hahah, Laura, um Gottes Willen klar, das is alles halb so wild. :)" -"Aber..du erbrichst dich täglich öfter als man an einer Hand abzählen kann.." -"Halb so wild, ehrlich, das haben so viele :D ich hab keine Magersucht siehst du doch :) Was essen wir?"

Jeden Tag sowas. Manchmal rutschen mir Sätze wie "So Bock zu Fressen verdammt.." raus und meine ganze Umgebung lacht, kauft sich Essen und tut so als wär das alles nur Spaß was ich danach mache.

Ich habe keine Ahnung wie ich das wieder in eine andere Richtung lenken soll. Aber in der Klinik, da werde ich ganz ehrlich wiedergeben wie ich mich fühle. Das habe ich mir jetzt fest vorgenommen..

Habt ihr schonmal im Halbschlaf gegessen und vergessen zu erbrechen?  Ich bin so dumm. Ernsthaft. Ich hab fast die 53,0 wieder und dann sowas.

Gerade hatte ich auch ein Gespräch mit meiner Mutter. Meine Schwester hat erzähjlt, ich hätte 4 Pizzen gegessen, sie hätte hungern müssen weil ich so viel fresse und dass ich keinen Finger gerührt hätte als Mama im Urlaub war. Ich habe jede Nacht bis halb 2 die Küche aufgeräumt, ich habe mir das Essen, das ich verfresse SELBST gekauft und bei mir im Zimmer gelagert. Ich kann das einfach nicht mehr, ich kann nicht mehr. Wieso glaubt meine Mutter nie MIR, derjenigen, die immer ehrlich ist. Derjenigen, die kleine Aufmerksamkeiten mitbringt um meiner Mutter wenigstens einen Lichtblick am Tag zu geben. Ich habe ihr als sie krank war alles gemacht, ich habe ihr Gute Besserungs-Ostereier gekauft, eine Tasche die sie wollte weil ich Schulden bei ihr hatte und ich habe ihr einen Kuchen gebacken, damit sie sich wieder wie zu Hause fühlt wenn sie zurückkommt. Und dann sowas..
Ich habe ihr gesagt, dass ich ausziehen möchte. Dass ich es hier nicht mehr aushalte, das so nicht mehr weitergeht. Dass ich wegen K. noch total kaputt gehe. Und was sagt Mama dazu? Unter Tränen bringt sie ein "du darfst deiner Schwester aber nicht die ganze Schuld geben" hervor.

SIE, und niemand anders, HAT ABER SCHULD. 
Ich schneide mich nur wegen ihr, und jeder Schnitt WAR wegen ihr. Ich kotze, weil es immer am Esstisch wegen ihr Streit gab. Meine Angststörung resultiert aus dem Moment wo sie meiner Mama den Tod gewünscht hat und mich die Vorstellung in meine erste Panikattacke mit 13 gebracht hat. Wegen K ist die Ehe meiner Eltern kaputt, sie streiten sich nurnoch wegen ihr. SIE IST AN ALLEM SCHULD. An dem Häufchen Elend das gerade heulend diesen Text verfasst. Ich kann nicht mehr. Ich nehme jeden Abend eine Tavor um schlafen zu können, Gott ich bin 17! Kein Wunder, dass ich die letzten Wochen mehr an meinen Tod gedacht habe als an mein Gewicht, kein Wunder. Die einzigen, die mich davon abhalten sind meine Mama und Brooklyn. Das wäre auch viel zu egoistisch von mir.. aber habe ich nach den fast 5 Jahren des reinsten Horrors und der vollkommenen Selbstlosigkeit nicht etwas Egoismus verdient?

3 Kommentare:

  1. Da fallen mir keine Worte mehr zu ein.
    Was du alles durchmachen musst...das hast du wirklich nicht verdient.
    Und ich bin so froh,dass du bald in eine Klinik gehst,das hast du gerade so nötig und ich wünsche mir so sehr,dass sie dir helfen wird.
    Vielleicht hast du dann auch die Möglichkeit danach in eine therapeutische Wohngruppe zu gehen,falls du dir sowas vorstellen könntest,weil jeder Blinde sieht ja,dass dein Umfeld dich krank macht.
    Bitte bleib stark und halte durch,ich bewundere dich so sehr dafür wie du unter solchen Umständen immernoch nicht aufgegeben hast und weiterkämpfst.Ich weiß,dass du irgendwann wieder glücklich und gesund sein wirst,das hast du dir mehr als alles andere verdient und ich glaube an dich.

    Fühl' dich bitte ganz doll gedrückt ♥

    AntwortenLöschen
  2. Sorry,aber das ist schon ein wenig überspitzt.Niemand hat Schuld an deiner Krankheit,niemand.
    Und du tust doch sonst immer so stark,dann tu es jetzt doch auch mal,heul nicht,änder was.
    Musste diesen Schritt auch gehen,es hat lange gedauert,aber nur das hilft auf Dauer,in Selbstmitleid versinken und andere für seine krankheit beschuldigen,ist der falsche Weg,glaub mir.

    AntwortenLöschen
  3. Ich kenne deine Schwester nicht und ich weiß, bei solchen Vermutungen - vor allem nach solchen unsensiblen Vorrednern - ist man sehr schnell auf hundertachzigt, aber: Denkst du wirklich, dass sie das alles selbst verschuldet hat? Ich will nichts und niemanden in Schutz nehmen, aber meine Therapeutin sagte einmal: "Die wenigsten psychischen Krankheiten entstehen aus dem Nichts. Vor allem bei Kindern sind es mit höchster Wahrscheinlichkeit die Eltern. Das Problem ist, dass viele Probleme erst Jahre später auftreten, weil sie in der Kindheit entstanden sind. Deshalb kann man die konkreten Bezüge bei den Eltern nicht mehr sehen und projiziert die eigenen Laster auf alle Menschen auf der näheren Umgebung."
    Meinst du wirklich, deine Schwester ist die Ursache für ihr eigenes und dein Verhalten? Ist es nicht viel näherliegend, dass deine Eltern elementare Fehler gemacht haben?
    Man kann bestimmten Menschen sehr wohl die "Schuld" für eine Krankheit zuweisen. Aber in der Tat, die einzige Person, die etwas ändern kann, ist man selbst.

    AntwortenLöschen