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Samstag, 16. Juni 2012

16/6/12

Heute ist mir wieder unumgänglich klargeworden wie verstört ich bin und wie verkackt mein Leben ist.

Ich wünsche mir seit Jahren nichts mehr als einen Familienurlaub. Wie früher. Eigentlich habe ich nur schlechte Erinnerungen an Familienurlaube, weil es immer Streit gab. Genauso wie ich alle Restaurants in der Gegend um meinen Wohnort nur mit schlechten Erfahrungen in Verbindung bringen kann. (Entweder ich hab das Essen danach ausgekotzt, mich schlecht gefühlt und es drinbehalten, oder ich wurde beschimpft und bloßgestellt und anschließend zu Fuß nach Hause "getrieben" weil ich mir im Restaurant die Arme blutig gekratzt habe.)

Wie ich Österreich früher immer gehasst habe. Tagelang nichts als gesundes, luxuriöses Essen, Wandern, Cocktails an der Saftbar trinken abends und das Schwimmbad.
Ich habe die Nordsee gehasst. Tagelang nichts anderes als frische Meerluft, Wattwanderungen mit der ganzen Familie, Shoppen in kleinen Strandläden, die nun wirklich kein Sommerfeeling aufbrachten, da es so gut wie immer regnete oder stürmte. Das ganze Teetrinken war auch nicht so mein Ding. Und Oma, die immer mitfuhr und mich ermahnte weil ich so viel aß, erst recht nicht.
Ich habe auch Italien gehasst. Urlaube auf einem Campingplatz am Gardasee. Diese ganze Hitze, diese ekelhaften kleinen Imbissbuden und das unreine Wasser, in dem alle außer mir Spaß hatten. Meine Eltern, die sich Mühe gemacht haben uns einen schönen Urlaub zu ermöglichen, den ich nie geschätzt habe.

Es gibt nichts was ich mir momentan mehr wünsche als einen Familienurlaub.
Aber die Zeiten haben sich geändert. "Solange wir nicht nach New York, auf die Malediven, nach Hawaii oder in ein bekanntes FünfSterne Hotel fahren ist mit mir nicht zu rechnen. ;)" - Madame verhindert seit 4 Jahren den gemeinsamen Urlaub. K. steht zwischen allem. Ich hasse sie. Mehr als mich momentan. Ich hasse wie verwöhnt sie ist, wie selbstsüchtig, egozentrisch und egoistisch. Wie bestimmend und eingebildet sie redet und wie sie sich immer das Recht nimmt, entscheiden zu dürfen. Wie sie es selbstverständlich findet, dass ich mitlerweile einen Kulturbeutel mit in unser gemeinsames Bad nehmen muss wenn ich duschen will, weil die Duschhalterung nur mit ihren Luxusprodukten vollgestellt ist. (Die sich mitlerweile anhäufen.)
Für sie ist nichts gut genug. Nur sie selbst steht über allem. Narzisstische Missgeburt. (...)

In 7 Tagen bin ich zurück in Deutschland. Ich weine jeden Abend bis mein Gesicht wund ist, weil ich einfach nicht zurück will. Ich LIEBE Mama und Papa, ich will meinen Hund wiedersehen, ich will mein Zimmer, wieder auf dem Teppich liegen und einfach nur stundenlang an die Decke starren, ich will meine Freunde wiedersehen, die, die ich mir immer mit K. teilen musste.
Alles wird sich ändern. Ich werde nach neuen Freunden suchen müssen, ich kann nicht mehr Teil einer Gruppe sein, die meine Schwester terrorisiert. Meine Clique ist tot. Gestorben für mich.

J., der immer mein bester Freund war und sich so verändert hat, der mich wahrscheinlich längst als untragbare Last ansieht, wiederholt die 11. Seinen Freundeskreis hat er gewechselt, er "chillt" jetzt mit den coolen Kids. Ich habe keine Hoffnung mehr, ich werde früher oder später loslassen müssen und die Sache ein Ende haben lassen.

Ich kann auch nicht mehr dieses Familiengefühl spüren, dass es früher irgendwo noch gegeben hat. Ich werde wohl oder übel ausziehen müssen, an einen anderen Ort gehen müssen. Zu Oma oder einfach ausziehen.

Es wird sich einfach alles ändern. 

Das einzige, was am Ende bleibt, ist das Gefühl alleine zu sein..

1 Kommentar:

  1. liebe julie,
    ja, solche kommentare mag ich auch am liebsten, bei denen man merkt, dass das gegenüber sich gedanken gemacht hat und sich in den blog reingelesen hat.
    darf ich fragen, ob das verhältnis zu deiner schwester schon immer schwierig war oder sich durch ein ereignis verschlechtert hat?
    das betreute wohnen muss nicht mal ein wohnheim sein. du stellst beim arbeitsamt einen antrag auf wohngeld, füllst formulare aus und mit glück wird es bewilligt. dann kannst du dir eine wohnung suchen und anschließend bei einer beratungsstelle einen antrag auf betreutes wohnen stellen. dann kommt eine sozialpädagogin zu dir nachhause (vereinfacht und zusammengefasst dargestellt).
    das mit deinem freundeskreis klingt nicht so rosig :(...ich finde es sehr schwer, sich einen neuen freundeskreis zu suchen. wie ist das für dich? gehst du offen auf andere zu, bist du kontaktfreudig und findest schnell anschluss?
    kannst du dich öfter mit brooklyn treffen? sie kann dir vielleicht dabei helfen, wieder "anzukommen".
    ja, meine vergangenheit war sicher nicht die schönste. ich habe in meiner zusammenfassung sehr viel weggelassen, weil ich angst hatte, dass mich aufgrund der beschreibung jemand aus meinem umfeld erkennt. aber vielleicht füge ich noch etwas hinzu, was mein leben signifikant verändert hat.
    ich danke dir für deine lieben worte und drücke dir wahnsinnig fest die daumen, dass du hier in deutschland wieder fuß fassen kannst.
    alles liebe!

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